Kampfs- und Prüfungsordnung für die Baujagdhunde in dem internationalen П-förmigen Bau an Fuchs und Dachs

(für alle UKU Einheiten)

Bei der Bauarbeit wird der Hund vom Führer ein Meter vor dem Baueingang abgeschnallt. In der Prüfung darf der Hund vom Führer so lange angerüdet werden, bis der Hund mit dem ganzen Körper völlig in den Bau einschlieft und am ersten Abfall vorbei ist. Es ist verboten, den Hund in den Bau zu schieben. Während der Prüfung darf der Hund max. dreimal den Bau verlassen, falls er aus dem Bau vom Raubwild nicht gesprengt wird. Als Bauverlassen gilt die Rückkehr des Hundes aus dem Bau, falls der Hund vorhin drin war, so darf er zur Wiederkehr in den Bau angestoßen werden. Als Bauverlassen gelten die Anfangseinschieben des Hundes in den Bau nicht. Der Hund soll im Laufe von 3 Minuten nach dem Befehl des Richters in den Bau einschliefen und mit dem Raubwild in Eingriff kommen, und nach dem Bauverlassen soll der Hund im Laufe von einer Minute zurück sein. Bei der Prüfungseröffnung wird das Raubwild durch die Eingangsröhre in den Bau angesetzt, nachher kann das Raubwild direkt in den Kessel Nr. 2 gesetzt werden. In der Prüfung mit dem Fuchs werden die beiden Schieber gleichzeitig mit den Ansetzen des Hundes hochgezogen. In der Prüfung mit dem Dachs wird der erste Schieber mit den Lücken seitens des Hundes 60 Sekunden nach dem Lautgeben des Hundes, nach dem vollen Herantreten des Hundes zum Kessel (die Zeit des Herantretens wird fixiert) herausgezogen, und der den Ausgang aus dem Kessel Nr. 2 schließende Schieber wird 5 Sekunden nach dem Herausziehen des ersten Schiebers herausgezogen. Während der Gebrauchsprüfung unter der Erde darf  der Tragkäfig für das Raubwild an die Eingangsröhre nicht angerückt werden. Die Eingangsröhre soll während der Hundeprüfung frei und von den Zuschauerplätzen sichtbar sein.

Beim Fang des Raubwildes vom Hund erklärt der Hauptrichter das Festhalten mit den Worten „Er/sie hält“. Bei der Prüfung am Fuchs erteilt der Hauptrichter nach 10 Sekunden den Befehl „Öffnen“ und nach der Feststellung der Griffqualität befiehlt er den Baumeistern, den Hund vom Fuchs zu trennen. Bei der Prüfung am Dachs erteilt der Hauptrichter nach 60 Sekunden den Befehl „Öffnen“ und nach der Feststellung der Griffqualität befiehlt er den Baumeistern, den Hund vom Dachs zu trennen. Der Führer darf auch den Fang verkünden. Der Führer soll das jedoch vor dem Ansetzen des Hundes anmelden. Falls der Führer die Trennung vor dem Kontrollzeitablauf füer das Festhalten gemeldet hat, wird die Prüfung fortgesetzt. Falls der Führer das Festhalten gemeldet hat, und der Hund aber bei dem Bauöffnen das Raubwild nicht hält oder es vor der Grifffeststellung losgelassen hat, bekommt der Hund die Note „0“ für die Aggressivität und die Prüfung wird abgebrochen. Falls der Führer den Griff nicht erklärt, und der Richter ist aber davon überzeugt, dass der Hund das Raubwild festhält sowie dass es zum Tod des Raubwildes führen kann, befiehlt er nach dem Ablauf der Kontrollzeit fürs Festhalten den Bau zu öffnen. Falls der Bau auf den Befehl des Richters geöffnet wird und es keinen Todfang in diesem Augenblick gibt oder sich die Trennung vor der Feststellung der Griffart vom Richter ereignete, werden der Hund und das Raubwild im Bau gelassen und die Prüfung wird fortgesetzt. Ereignet sich diese Situation zum dritten Mal, so wird die Arbeit abgebrochen und der Hund bekommt die Note „3“ für die Aggressivität. Das Raubwild darf dem Hund nur nach der Anweisung des Richter fortgenommen werden. Falls bei dem Bauöffnen nach dem Befehl des Hauptrichters der Griff des Hundes vom Raubwild festgestellt wird, so wird der Bau wieder zugemacht und der Hund bekommt die Möglichkeit, sich vom Griff freizumachen und die Arbeit fortzusetzen. Beim Griff des Hundes vom Raubwild darf der Führer den Hund selbst abnehmen. Während der Arbeit des Hundes im Bau  soll in der unmittelbaren Nähe davon Ruhe gehalten werden. Die Veranstalter haften für die Sicherstellung der Disziplin der Zuschauer hinter dem Zaun um den Bau. Wenn der Hund arbeitet, darf man nicht näher als 4 Meter an den Bau herankommen.

In der eingezäumten Zone neben dem Bau dürfen sich Richter, ein Vertreter der Veranstalter, Baumeister, Sekretäre, Richteranwärter, ein Hundeführer und stets ein Hund während des Kampes befinden. Andere Personen dürfen nur bei Ausnahmefällen unter Zustimmung des Hauptrichters anwesend sein. Die Reihenfolge der zu prüfenden Hunde und Wildtiere, derer Zahl von der Kommission festgelegt worden war, wird mit der Auslosung vor dem Beginn des Kampfes bestimmt. In der Reihenfolge darf nichts geändert werden,  selbst wenn sich manche Hunde und Wildtiere mit den während der Auslosung erteilten Nummern am Kampf nicht beteiligen werden. Die Auslosung des Raubwildes übernimmt der Führer mit der Nummer 1. Die Arbeit eines Hundes dauert 10 Minuten. Der Hauptrichter fasst den Beschluß über die Notwendigkeit der Zeitverkürzung. Die Zeit wird ab dem Moment des Ansetzens des Hundes fixiert. Die Griffzeit wird ab dem Moment gezählt, wenn der Hauptrichter bzw. der Führer „Er/sie hält“ verkündet. Beim Sprengen wird die Zeit bis zum Moment gezählt, wenn sich der Kopf des Hundes aus dem Bau zeigt. Das Raubwild soll den Bau schon vorher verlassen haben. Beim Ziehen des Raubwildes wird die Zeit bis zum Moment gezählt, wenn sich der Kopf des Hundes aus dem Bau zeigt.

         Die Hunde, die nach der Arbeit die gleichen Leistungen gezeigt haben, werden folgenderweise eingestuft:

1. Kehlenfang Г-5 (G-5)

2. Ohrenfang У-5 (U-5)

3. Backenfang Щ-5 (Stsch-5)

4. Halsfang Ш-5 (Sch-5)

5. Kopffang Гл-5 (Gl-5)

6. Unterkieferfang НЧ-5 (NTsch-5)

7. Sprengen В-5 (V-5)

8. Widerrists-, Brust-, Schulterfang РГ-4 (RG-4)

9. «Fang am Fang» ПП-4 (PP-4)

10. Unvollendetes Sprengen НВ-3 (NV-3)

11. Vorderteilfang  (Pfoten, Rücken) 1П-3 (1P-3)

12. Hinterteilfang  (Bauch, Lende, Pfoten, Rute) 2П-3 (2P-3)

13. Fang am beliebigen Körperteil mit der Trennung beim Öffnen О-3 (O-3)

14. Drängen bis zum 3.Kessel mit dem Festhalten ТУ-3 (TU-3)

15. Kurzläufige Griffe КХ-3 (KH-3)

16. Drängen vom Eingriffsort ВМ-2 (VM-2)

17. Aggressives Verbellen mit Würfen БР-2 (BR-2)

18. Verbellen in der kurzen Entfernung ohne Würfe ОЛ-2 (OL-2)

Die Gesamtzeit der Arbeit des Hundes wird stets berücksichtigt.

Bewertung der Arbeitsleistungen

1. Aggressivität

Note 5 bekommt der Hund, der das Raubwild sprengt, es mit dem Todfang an der Kehle, am Hals, Ohr, an der Backe, am Kopf, an der Unterkiefer (aber nicht Fang-am-Fang) nimmt;

Note 4 bekommt der Hund, der das Raubtier am Widerrist, an der Brust, am Schulter oder Fang-am-Fang nimmt, sowie fürs Zurückbleiben des Hundes vom Raubwild mehr als auf eine Minute im Laufe der festgestellten Zeit bei der Sprengarbeit;

Note 3 bekommt der Hund für die oben nicht angeführten Todfänge, für das unbeendete Sprengen  des Raubwildes, für die scharfe Arbeit mit den kurzzeitigen Würfen, für die Arbeit mit Griff- bzw. Fangversuchen sowie mit dem Hineinstoßen des Raubwildes vom Eingriffpunkt weiter dem Bau entlang bis zum 3.Kessel, fürs Zurückbleiben des Hundes vom Raubwild mehr als auf zwei Minuten im Laufe der festgestellten Zeit bei der Sprengarbeit;

Note 2 bekommt der Hund, der sich mit Interesse zum Raubwild stellt, im Ganzen mit dem Verbellen in der kurzen Entfernung ohne Zusammenstöße mit dem Raubwild arbeitet, sowie  fürs Zurückbleiben des Hundes vom Raubwild mehr als auf drei Minuten im Laufe der festgestellten Zeit bei der Sprengarbeit;

Note 1 bekommt der Hund, der sich mit dem geringen Interesse zum Raubwild stellt, im Ganzen mit dem Verbellen in der großen Entfernung ohne Kontakt mit dem Raubwild arbeitet;

Note 0 bekommt der Hund, der:

- vom Raubwild aus dem Bau gesprengt wird;

- durch den Führer ausgenommen wird;

- in den Bau einschlieft, aber die Hälfte der für die Arbeit festgestellten Zeit nicht gearbeitet haben wird;

- das Raubwild nach dem Öffnen des Baus nach dem Befehl des Führers „Öffnen!“ mit dem Todfang nicht halten wird.

2. Härte

Note 5 bekommt der Hund, der nach dem Kontakt mit dem Raubwild bis zum Ende der Prüfungszeit nicht zurücktritt und sich im ständigen Kontakt mit ihm befindet; der Hund darf einen kurzen Rückzug mit der unverzüglichen Rückkehr zum Raubwild machen;

Note 4 bekommt der Hund bei derselben Arbeit, der aber nach dem Kontakt mit dem Raubwild den Bau einmal verlässt und zurück einschlieft; der Hund darf zwei kurze Rückzüge mit der schnellen Rückkehr zum Raubwild machen;

Note 3 bekommt der Hund, der nach dem Kontakt mit dem Raubwild den Bau zweimal verlässt und zurückkehrt; im Ganzen soll der Hund die restliche Zeit am Raubwild aktiv arbeiten; der Hund darf drei kurze Rückzüge mit der ziemlich schnellen Rückkehr zum Raubwild machen;

Note 2 bekommt der Hund, der nach dem Kontakt mit dem Raubwild den Bau dreimal verlässt und zurückkehrt; oder am Raubwild flau mit häufigen, aber kurzen Rückzügen und mit dem unterbrochenen Laut arbeiten wird;

Note 1-0 bekommt der Hund, der bei dem mehrfachen Verlassen des Baus (mehr als dreimal) mehr als die Hälfte der Prüfungszeit außer dem Bau war und kein Interesse für das Raubwild zeigte, die Arbeit mehr als für 2 Minuten einstellte und mehr als 2 Minuten in der Entfernung von mehr als 2 Metern vom Raubwild arbeitete.

3. Laut

Note 5 bekommt der Hund, der während des Kontaktes das Raubwild gleichmäßig scharf verbellte, abgesehen von der Arbeit beim Fang, Ziehen oder Sprengen aus dem Bau; diese Note kann der Hund nicht bekommen, der beim ersten Eingriff ans Raubwild im Laufe von 60 Sekunden nicht laut gab;

Note 4 bekommt der Hund, der scharf bellt, aber mit häufigen Unterbrechungen des Kontaktes mit dem Raubwild, abgesehen von der Arbeit beim Fang, Ziehen oder Sprengen aus dem Bau;

Note 3 bekommt der Hund, der das Raubwild mindestens die Hälfte der Prüfungszeit verbellt;

Note 2 bekommt der Hund, der das Raubwild ab und zu verbellt;

Note 1 bekommt der Hund, der das Raubwild ab und zu verbellt, ohne das Raubwild zu kontaktieren;

Note 0 bekommt der Hund, der das Raubwild in der Arbeit nicht verbellt, sowie das hinter dem Schieber mit den Lücken geschlossene Raubwild im Laufe von 3 Minuten nicht verbellt, die für die Lautprüfung während der Arbeit mit dem Todfang bestimmt sind.

Vermerke:

- еfalls der Hund mit einem Todfang arbeitet, so wird der Laut an dem im zweiten Kessel isolierten Raubwild im Laufe von drei Minuten geprüft; der Schieber soll mit den Lücken versehen werden;

- der Hauptrichter ist berechtigt, die Prüfungszeit zu verkürzen, falls er von dem Laut des Hundes überzeugt ist.

Punktbewertung der Arbeitsleistungen

Die Gebrauchseigenschaften wie die Aggressivität, die Härte und der Laut werden nach den Ergebnissen der Arbeit des Hundes mit den Noten von „5“ bis“0“ bewertet.  Danach wird diese Note mit der entsprechenden Fachwertziffer des Übergangs zum Hundertpunktensystem multipliziert und daraus bekommt man die Gesamtpunktzahl für die in den Hauptgebrauchseigenschaften gezeigten Ergebnisse. Die maximalen sowie minimalen Punktzahlen zur Bewertung der Ergebnisse der Arbeit des Hundes, die dem I., II. und III. Preis (den Diplomen der I., II, und III. Stufe) entsprechen, werden in der nachstehenden Tabelle gezeigt.    

Tabelle der Höchst- und Mindestpunktzahlen der Bewertung

der Gebrauchseigenschaften für Verleihung des I., II. und III. Preises

 

 

Gebrauchs-eigenschaften

Fachwert-ziffer

I. Preis

 

 

II. Preis

III. Preis

Note Max./Mind.

Punkte

Max./Mind.

Note

Mind.

Punkte

Mind.

Note

Mind.

Punkte

Mind.

Aggressivität

         9

    5/4

45/36

     3

   27

  2

18

Härte

         6

5/4

30/24

     3

 18

  2

12

Laut

         5

5/4

25/20

     3

 15

  2

10

Gesamt-punktzahl

-

-

100/80

-

  60

-

40

Voraussetzungen für die Platzaufteilung im Kampf

Im Kampf wird nach den Ergebnissen von zwei Arbeitsarten der höchste Platz von dem Hund belegt, der:

- die höchsten Preise (Diplome) erhielt;

- bei der gleichen Preisstufe mehr Punkte hat;

- bei der gleichen Punktzahl bessere Arbeit und besseren Griff zeigte;

- bei den gleichen Griffen den Griff schneller durchführte;

- bei der gleichen Griffzeit jünger ist;

- bei dem gleichen Alter wird der Vorzug der Hündin gegeben;

- bei der Arbeit ohne Griffe und der gleichen Punktzahl mit der höchsten Note im Fach „Aggressivität“ bewertet ist.

Vermerke:

- falls das Raubwild den Hund schwer verletzt hat, können von der Gesamtpunktzahl 1 bis 2 Punkte je nach der Verletzungsgrad abgezogen werden;

- der Todfang heißt  die Nahme des Raubwildes von dem Hund sowie dessen Festhalten bis zur Trennung;

- der Wechsel bedeutet den Stellungswechsel des Hundes und des Raubwildes nach dem Kampf des Hundes mit dem offensichtlich widerstehenden Raubwild;

- das Raubwild gilt als gesprengt, falls es den Bau völlig verlassen hat sowie der Hund 4 Minuten nach dem Wild den Bau ebenfalls verlässt;

- unvollständiges Sprengen bedeutet die Vergrängung des Raubwildes von dem Hund beim Wechsel und bei der aktiven Verdrängung bis zum Kessel Nr. 2;

- Fang-am-Fang bedeutet einen Griff, bei dem der Hund das Raubwild fängt und mit seinem Kiefer in den Fang des Raubwildes gerät;

- Fang des Hundes von dem Raubwild  bedeutet, dass das Raubwild den Hund hält, dabei gibt es keinen Griff seitens des Hundes; in diesem Fall wird der Hund nur nach dem Wunsch des Führers aus der Prüfung zurückgezogen;

- Fang am Unterkiefer ist der Griff, bei dem der Hund das Raubwild am Unterkiefer von außen greift und dabei gerät der Oberkiefer des Hundes in den Fang des Raubwildes nicht.

 Ein Hund wird zurückgezogen:

- wenn der Hund im Laufe von 3 Minuten nach dem Ansetzen mit dem Raubwild in Eingriff nicht kommt;

- wenn nach dem Kontakt mit dem Raubwild der Hund den Bau verlässt und sich mehr als eine Minute über der Erde befindet;

- wenn der Hund den Bau zum vierten Mal verlässt;

- wenn der Hund mehr als zwei Minuten im Bau nutzlos bellt (das Gebell mehr als zwei Meter bis zum Raubwild);

- wenn der Hund die Arbeit abbricht, sich mehr als zwei Meter weit von dem Raubwild im Laufe von mehr als zwei Minuten befindet;

- wenn der Hund mehr als zwei Minuten im Laufe der festgestellten Zeit bei der Sprengarbeit vom Raubwild zurückbleibt;

- nach dem Wunsch des Führers;

- wenn der Hund den Bau unter dem Druck des Raubwildes verlässt;

- wenn der Hund das Raubwild nach dem Bauöffnen nach dem Befehl des Führers „Öffnen!“ mit dem Todfang nicht halten wird.